Hagel - Hagelradar

Gerade in den Sommermonaten erlebt man aufgrund der Witterung häufiger Unwetter, bei denen es zu starken Niederschlägen kommt. Nicht selten kommt der Niederschlag dann nicht nur als Regen runter, sondern auch mit Hagel. Doch wie entsteht solch ein Niederschlag und wie kann man ihn abwehren?

Die Entstehung von Hagel

Voraussetzung für die Entstehung von Hagelschauern sind in erster Linie Gewitterwolken, die mit sehr starken Winden daher kommen. Innerhalb einer Gewitterzelle, wie die unteren Schichten der Gewitterwolken von den Metereologen genannt werden, werden Wassertröpfchen durch Aufwinde in die Regionen der Gewitterfront getrieben, wo es eisig kalt ist. Dadurch gefrieren die Wassertropfen und werden zu Eiskristallen. Je kräftiger diese Auf- und Abwinde innerhalb der Gewitterfront sind, umso turbulenter geht es an diesen Stellen mit den Wassertröpfchen zu. Neue Wassertröpfchen werden zu kleinen Eiskristallen und treffen auf neue Wassertropfen. Und je länger die Eiskristalle von den Auf- und Abwinden durch die Schwerkraft in der Luft gehalten werden, um so größer werden sie. Durch die ständige Kollision mit neuen Wassertröpfchen verdichten sich die Eiskristalle und werden größer und größer. Erst dann, wenn sie groß genug sind, um von den Aufwinden nicht mehr gehalten werden zu können, fallen die Eiskristalle als fester Niederschlag zu Boden. Von Hagelkörnern spricht man aber erst ab einer Größe von etwa 0,5 Zentimetern Durchmesser der Eiskristalle. Kleinere Eiskristalle werden umgangssprachlich als Graupel oder auch Eisregen bezeichnet.

Nun könnte man annehmen, dass der eisige Niederschlag bei der warmen bis heißen Witterung schnell schmilzt. Doch die Hagelkörner fallen mit so einer enormen Geschwindigkeit zu Boden, dass die Zeit bis zum Aufprall viel zu kurz ist, um vollständig zu schmelzen.

Gibt es häufiger Hagelschauer durch den weltweiten Klimawandel?

Es scheint so, denn in den letzten Jahren kann man nicht nur ein vermehrtes Auftreten dieser Niederschläge beobachten sondern auch eine Erweiterung auf Gebiete und Regionen, die bisher nur selten oder gar nicht mit Hagelschauern und den daraus oftmals gravierenden Schäden betroffen waren. Klimaforscher sehen den deutlichen Anstieg in der Erderwärmung und rechnen mit einer Zunahme der Hagelschauer.

Kann man den Hagel abwehren?

Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich so etwas wie eine Hagelabwehr entwickelt. In den Anfängen hat man sogenannte Hagelraketen in die Gewitterfront geschossen.So gibt es zum Beispiel Hagelabwehrpiloten, die mit ihren Flugzeugen direkt in die Gewitterfront hineinfliegen. An Bord haben sie speziell entwickelte Generatoren, welche die an der Wolkenbasis freigesetzte Silberiodid-Aceton-Lösung schneller verdampfen lassen. Dadurch können sich nur kleine Eiskristalle bilden, die dann für die betroffenen gebiete nicht so eine verheerende und zerstörerische Wirkung haben.

In der Landwirtschaft ist man in den betroffenen Gebieten dazu übergegangen, Hagelschutznetze zu spannen. Das verhindert die Zerstörung der Ernte, da die Eiskugeln nicht ungebremst auf die Feldfrüchte fallen können.

Frühwarnsysteme

Hat man früher die Kirchenglocken geläutet, um vor einem Unwetter zu warnen, kann man heute im Internet mit Hilfe eines Niederschlagsradar genau sehen, welche Gebiete von drohenden Unwettern mit Hagelschauern betroffen sind. Zeitnah kann man so am PC verfolgen, wie sich Tiefdruckgebiete verändern. Mit dem Regenradar kann man zu jeder Zeit genau sehen, ob zum Beispiel für ein bestimmtes Gebiet eine Gewitterfront mit starken Aufwinden heranzieht, die unter Umständen einen Hagelschauer mit sich bringt.

*Das Schweizer Radarbild wird aus den Radarbildern der drei Wetteradarstationen in la Dôle, auf dem Albis und auf dem Monte Lema zusammengesetzt. Diese Informationen werden von der MeteoSchweiz gesammelt und zu einem Bild verarbeitet. Anschliessend werden die Bilder an die drei Wetterzentralen in Zürich, Genf und Locarno verteilt. In den Wetterzentralen werden die Bilder alle 2.5 Minuten aktualisiert und können auch als Animation eingesehen werden. Sie erlauben es den Meteorologen, sehr genaue kurzfristige Aussagen (1-2 Stunden im Voraus) darüber zu machen, wann die Niederschläge an einem bestimmten Ort beginnen oder wieder aufhören. Darüber hinaus ist es mit diesen Bildern möglich, Gewitterwolkenschichten zu lokalisieren, welche örtliche Windspitzen verursachen können. Technisch betrachtet arbeitet der Wetterradar gleich wie jeder andere Radar, nur dass er auf das Erkennen der einzelnen Niederschlagsarten (Regen, Hagel, Schnee) optimiert ist.